06. März 2008, 11:03
Auf 1000 Männer kommen im Bundesstaat Punjab nur 793 Frauen. Jetzt investiert die Regierung wieder in die eigene Gesellschaft.
Rund drei 3.000 Dollar zahlt die indische Regierung bedürftigen Familien, die Mädchen zur Welt bringen und aufziehen. Das meldete AsiaNews. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass das dramatische Ungleichgewicht der Geschlechter mehrere indische Bundesstaaten in ein demographisches Desaster getrieben hat.
Zwar ist seit 1994 in Indien die selektive Abtreibung verboten. In der Praxis ist sie jedoch noch weit verbreitet. Zehn Millionen Frauen wurden in den letzten 20 Jahren bereits im Mutterleib getötet, ergab eine Studie aus dem Jahr 2006, die vom britischen Magazin „Lancet“ veröffentlicht wurde. Jetzt fehlen sie dem Staat.
Die indische Kultur bevorzugt Männer: Sie tragen den Namen weiter, verdienen das Geld und kümmern sich um die Eltern, wenn diese alt und bedürftig werden. Frauen hingegen werden häufig als „Kostenfaktor“ gesehen, vor allem wegen dem Brautgeschenk, das sie zur Hochzeit erhalten.
Einer jener Bundesstaaten, die am meisten vom Ungleichgewicht der Geschlechter betroffen ist, ist Punjab: Auf 1.000 männliche Geburten kommen hier nur mehr 793 weibliche.
Das neue Regierungsprogramm will jetzt Abhilfe schaffen. In sieben Staaten erhalten bedürftige Familien finanzielle Unterstützung, sowohl bei der Geburt einer Tochter als auch bis diese 18 Jahre alt ist. Renuka Choudhry, für Frauen und Kinder zuständige Ministerin, wünscht sich, dass dadurch Töchter als „Ressource und nicht mehr als Last“ empfunden werden.
(c) AsiaNews
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