Erinnerungen an den 11. September 2001 wurden spätestens wach, als am Nachmittag verzweifelte Menschen aus dem brennenden „Trident“-Hotel winkten und um Hilfe schrien. Jene, die vor dem Luxushotel im Stadtzentrum Bombays ausharrten, sahen hilflos zu. Alle Hoffnung lag am Donnerstag bei den Polizisten und dem Anti-Terror-Kommando, das noch in der Nacht von Delhi nach Bombay geflogen war.
Bis in den späten Abend hinein überschlugen sich die Ereignisse in Colaba, dem Herz der indischen Finanzmetropole. Nach einer Nacht des Terrors hatten sich die Angreifer am Morgen in drei Gebäuden – neben dem „Trident“ das Hotel „Taj Mahal“ und das Nariman-Geschäftshaus – verschanzt und eine unbekannte Zahl Geiseln genommen. Immer wieder fielen Schüsse, detonierten Sprengsätze. Angehörige, Sicherheitskräfte und Journalisten mussten wiederholt in Deckung gehen. Obwohl die Inder über ihre Nachrichtenkanäle live dabei zu sein schienen, erreichten sie Informationen über den Stand der Operation und der Verhandlungen nur bruchstückhaft. Vorläufige Bilanz am Donnerstagabend: 119 Tote, mehr als 350 Verletzte und geschätzte 200 Geiseln und Eingeschlossene.
